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Animago – Von süßen Flussuferläufern zu mathematischen Formeln

Mitte September fand in München die animago statt, eine zweitägige Konferenz über die neuesten Animationstrends, Rendertechniken und allgemeinen technischen Neuerungen in der 3D und VFX Branche. Hier zeige ich euch meine persönlichen Highlights.

SIMON´S CAT

Mit mehr als 4,4 Millionen Abonnenten und über 910 Millionen Aufrufen auf Youtube ist die kleine weiße Katze mit ihrem Besitzer Simon weltbekannt. Dabei handelt es sich um interaktives 360° Video, bei dem man die Katze in einem tiefen Wald suchen kann.

Liza Nechaeva, Assistant Art Director für Simon’s Cat, zeigte uns einen exklusiven Einblick in die Entstehung eines Halloween Videos. Interessant dabei ist, dass die ganzen Illustrationen und Animationen noch per Hand gezeichnet werden und die Mitarbeiter als Referenz dafür den ganzen Tag lang Katzenvideos schauen. Das schöne am Vortrag war, dass sich die Macher nicht als Pioniere dargestellt haben, sondern jeden dazu ermutigten, selbst mal ein 360° Video zu kreieren. Sie selbst erstellten das komplette Projekt von Konzept bis hin zur Veröffentlichung in nur 5 Tagen.

MATHEMATISCHE ANIMATIONEN

Einen sehr interessanten Einblick in die Arbeitsweise der Firma Aixsponza ermöglichte uns Matthias Zabiegly mit seinem Vortrag „Perfectly Pretty – finding the sweetspot between tech and design“. Dabei ging er auf interessante Aspekte der Ideenfindung ein. Für mehrere Projekte wandte er mathematische Formeln für prozedurale Animationen an. Die mathematische Formel wird dabei so auf die 3D Software übertragen, dass die Animation dadurch berechnet wird, ohne manuell animieren zu müssen. Angewendet wurde dieser Prozess vor allem bei den Visualisierungen von Sportartikeln.

CINEMA 4D

Warum gerade die 3D Software Cinema 4D das perfekte Programm für Einsteiger und fortgeschrittene 3D Artists ist, erklärten Glenn Frey und Jonas Pilz in ihrem Vortrag. Dabei reichte die Bandbreite des Vortrags von einfachsten Animationen wie Dynamics bis hin zu interessanten Neuerungen wie zu Beispiel das Tool C-Motion oder der Voronoi Effector. Sie animierten innerhalb weniger Minuten eine Spinne, die sich ohne Intersections auf einem unebenen Boden bewegt. Die einzelnen Schritte können ohne Probleme individuell angepasst werden. Die Begeisterung, die die beiden bezüglich des Programms ausstrahlten, steckte jeden im Raum an.

Cinema workshop

PIXAR´S PIPER

Erik Smitt, Director of Photography bei Pixar, nahm uns mit in die Entstehungsgeschichte von dem OscarÒ-prämierten Kurzfilm „Piper“. Dabei ging er auf die Entwicklung des süßen Charakters ein, die sich an echten Flussuferläufern orientierte und so weiterentwickelt wurde, bis es einen Pixar typischen Look hatte. Als Inspiration für die ganze Szenerie dienten die Strände der San Fransico Bay Area. Technisch ließ sich das Team von den Kameraeinstellungen bei Naturdokumentationen inspirieren, die sich durch eine große Brennweite und einer extrem hohen Tiefenunschärfe auszeichnet. Dieses Projekt nahm wohl mehr Renderleistung in Anspruch als der bevorstehende Toy Story 3 Film.

Piper

UNSICHTBARES SICHTBAR MACHEN

Wie stelle ich etwas ästhetisch dar, was gar nicht sichtbar ist? Diese Frage stellte sich Will MacNeil, Motion Graphics Artist mit seinem Team von The Mill. Im Auftrag der Naturkosmetik-Marke Lush, die eine neue Massage bewerben wollte.

Bei dieser werden mit Hilfe eines EEGs oder EKGs die Reaktionen der Massierten aufgezeichnet und die Auswertung der Daten sollten visuell ästhetisch dargestellt werden. Mit Hilfe von Programmen wie Houdini aber auch Cinema 4D entstanden dadurch interessante prozedurale Animationen, die mit den verwendeten Farben das Gefühl dieser Massage in einem kurzen Werbeclip vermittelten.

Für mich war es spannend, den aktuellen Stand der hochwertigen 3D und VFX Produktionen und die verschiedenen Richtungen, in die sich die Branche entwickelt, live erleben zu können.

animago.com

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