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IAA 2017 – WENN TRÄUME (NICHT) REALITÄT WERDEN

“Digital-Urban-Electric-Autonomous”: So würde ich meine persönlichen Highlights der IAA 2017 zusammenzufassen. Im Grunde sind die Trends nicht neu und es wird schon lang über ein Umdenken in der Automobilbranche diskutiert. Es fühlt sich tatsächlich so an, als wäre man nicht mehr mitten in der Umbruchphase, sondern schon einen Schritt weiter. Die Zukunft der Mobilität steht vor unserer Tür. Und hoffentlich auch bald in unserer Garage. Also… …vielleicht 2030?!

DIGITAL

Schon ein Blick auf die diesjährigen Messeteilnehmer zeigt uns, dass die Digitalisierung in der Autobranche nicht mehr wegzudenken ist. Google, Facebook, SAP oder auch Qualcomm, um nur ein paar zu nennen, waren mit Messeständen vor Ort. Im Rahmen der “New Mobility World” hielten sie spannende Vorträge zu Themen wie Real Time Mapping, Connected Cars, Platform Economy oder Road Safety. Das Internet erobert das Auto und wird für viele Fahrfunktionen immer wichtiger, um schneller und einfacher ans Ziel zu kommen. Das Verkehrsmittel spielt dabei keine große Rolle mehr. Durch die fortschreitende Digitalisierung entsteht ein ganz neues Modell vernetzter Verkehrsmittel. Egal ob öffentlich, privat oder – im Fall von Car-Sharing – eine Kombination aus beidem.

URBAN

Kleine und wendige Autos sollen in der Stadt der Zukunft mehrere Passagiere mit dem gleichen Ziel von A nach B fahren. Organisiert wird alles mit einer Handy-App, die Kosten werden geteilt und falls ein Auto nicht reicht, bestellt man ein zweites einfach mit. Um das Fahrerlebnis individuell zu gestalten, kann man auf Knopfdruck oder per Sprachsteuerung in der Cloud gespeicherte Daten laden, die eigene Musik abspielen oder sich direkt zum Lieblings-Italiener fahren lassen.

ELECTRIC

Die Elektromobilität wächst – langsam, aber stetig. Die meisten Elektroautos werden als Teil einer Studie vorgestellt, so haben auch dieses Jahr nur wenige Konzepte den Sprung zur Serienversion geschafft. Dabei soll die Flotte vieler Autobauer schon in naher Zukunft größtenteils aus elektrisch betriebenen Modellen bestehen. Oder zumindest aus Hybriden. In einem schicken SUV verpackt, serienreif und jederzeit verfügbar, bleibt natürlich weiterhin der Benzinmotor.

AUTONOMOUS

Neben den elektrischen sollen auch endlich die autonom fahrenden Fahrzeuge den Weg in die Serienproduktion schaffen. Auch wenn der Markt noch nicht dafür bereit ist, steht die Technik schon zur Verfügung und viele Zulieferer bieten dazu innovative und benutzerfreundliche Lösungen an. Das Auto soll in Zukunft als Arbeitsplatz oder sogar mobiles Wohnzimmer dienen, in dem man zwischendurch eine Rückenmassage im komfortablen Sitz erhalten oder nebenbei einen Film anschauen kann. Fahren soll dabei kaum eine Rolle mehr spielen – zumindest solange das System die Fahrsituation komplett beherrscht.

EXPERIENCE

Die Visionen gibts es bereits länger, die Technik ist weitestgehend vorhanden und Käufer sehnen sich nach innovativen Produkten. Dennoch stehen die Konzepte von einer neuen, besseren Mobilität dem Otto-Normal-Verbraucher im Alltag noch nicht zur Verfügung. Eine Studie zu zeigen und zu behaupten, dass diese mich zukünftig emissionsfrei und autonom fahrend ans Ziel bringt, reicht nicht mehr aus, um mich als Messebesucher nachhaltig zu begeistern. Sie sollte erlebbar sein, denn Mut und Risikobereitschaft gehören ebenso dazu wie der Wille zur Veränderung. So bleibt so zu hoffen, dass die Branche Fahrt aufnimmt und zumindest einige der Träume Realität werden – vor 2030.

Fotos: Heyong Chen