Zurück

OFFF Vienna

“Die OFFF Barcelona ist für Designafficionados in etwa das, was Wimbledon für Tennisfans, Wacken für Metalheads oder die Art Basel Miami für Kunstinteressierte darstellt: Ein führendes Festival, zu dem sich hunderte Künstler aus der ganzen Welt zum kreativen Arbeiten und Experimentieren treffen. Dabei werden die neuesten Trends der digitalen Welt diskutiert. Über zwei Tage hinweg präsentieren Künstler neueste Arbeiten zu Grafikdesign, visueller Kommunikation, digitaler Kunst und Bewegtbild.” Schreibt der Horizont.at  (https://www.horizont.at/home/news/detail/designkonferenz-offf-kommt-nach-wien.html)

Ob das so zutrifft konnten wir selbst heraus finden. Dazu haben wir die kleine Reise von Ingolstadt über München nach Wien auf uns genommen, um in einer kleinen Gruppe zwei Tage die OFFF zu besuchen. Vorweg sei dazu gesagt, dass wir keinen der drei Workshops besucht haben, uns aber die Bandbreite der Vorträge von Motion Design über Printmedien bis hin zu einem Beitrag zu Artifical Intelligence zu Gemüte geführt haben. Den Anfang des Festivals machte ein Vortrag von DANIELA LEITNER, in dem sie ihre Art des Schaffens mit den Zuhörern teilte und ihren persönlichen Balanceakt zwischen analoger und digitaler Arbeit beschreibt. Für uns deshalb einer der besseren Vorträge, weil Daniela Leitner in ihrem Vortrag sehr anschaulich gezeigt hat, wie sie sich mit einer hands-on Mentalität und der Neugier auf Neues von einem Projekt zum nächsten weiterentwickelt hat. Bei uns hat der Vortrag zum Einem den inneren Drang nach dem Arbeiten mit analogen Materialien geweckt – zum anderen Lust auf noch mehr Vorträge mit hands-on Mentalität gemacht.

Leider war der zweite Vortrag das Gegenteil des eigentlich gelungenen Starts. MOMOCO, ein Studio aus London überraschte mit einer schlecht orchestrierten Präsentation aus Desktopordnern heraus. Zusätzlich hätte man sich in einem Saal voller Menschen aus der Kreativbranche eher ein “WIE haben wir das SO gemacht” als ein “hier folgt in 45min WAS wir gemacht haben” gewünscht.

Es folgten weitere Vorträge aus der Kategorie “Hier, mein Portfolio…” – gestreckt auf eine Stunde. Manche der Vorträge waren sogar schon von anderen OFFF Besuchen in andern Städten bekannt.

Zu den zumindest inhaltlich gut gemachten und – an der ein oder anderen Stelle – interessant verpackten Vorträgen, gehörten die TYPEJOCKEYS, die das Thema Schriften und Fonts sympathisch und humorvoll verpackt hatten. Genauso wie die Jungs vom Design Studio MUCHO und die Mädels von HVASS&HANNIBAL, die jeweils mit ihrer persönlichen und charmanten Art gut gestaltete Arbeiten zeigten. Vielleicht auch, weil sie den Zuhörern von ihren Herangehensweisen, Problemen und Erfolgen berichten konnten.

Ein Vortrag von dem wir uns zumindest schon vor dem Event einiges erwartet hatten war der von Google Mitarbeiter BURTON RAST zum Thema User-Experience im Bereich Ambient-Computing. Burton Rast erzählte hier von seiner Arbeit an dem Google Assistant, wie sie Sprache verarbeiten und wie seine rebellischen Jugendjahre ihn in seiner heutigen Arbeit beeinflussen. Was nach einigen Wochen von diesem Vortrag übrig bleibt ist, dass auch ein Punk im Herzen ohne Schwierigkeiten bei Google arbeiten kann… anscheinend.

Da dieser Blogbeitrag ein kleines Resümee unseres OFFF Besuches darstellen soll, ist es vielleicht gar nicht so schlimm, dass der Ausflug schon einige Wochen zurück liegt. So kann man das Ganze nochmal gut bei einem Kaffee Revue passieren lassen und schauen, was einen nachhaltig beeindruckt, oder beschäftigt hat. Und das ist aus unserer Sicht, zumindest inhaltlich, leider gar nicht so viel.

Organisiert war die OFFF an sich gut: Schöne Location, Rahmenprogramm, leckerer Kaffee, Essensstände. Mit einigen Vorträge konnten wir dennoch leider nicht so viel anfangen. Vielleicht liegt es daran, dass uns mehr das WARUM und das WIE interessiert, als das WAS – vielleicht aber auch daran, dass wir uns unter den Designern einfach weniger als Künstler sehen und die OFFF hier den Anspruch hat eine Bandbreite an künstlerischen Arbeiten zu zeigen.

Zur Offf Website: OFFF Vienna