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High Five vom Tech Open Air in Berlin 2017

2017 ging das Tech Open Air – kurz TOA – zum sechsten Mal an den Start. Mit über 200 Sprechern auf der zweitägigen Konferenz, sowie mehr als 200 Veranstaltungen (Satellites) in ganz Berlin befeuerte das TOA die Szene. Das Festival hat einen interdisziplinären Ansatz, verbindet Themen aus Technik, Musik, Kunst und Wissenschaft. Dementsprechend vielfältig waren die angebotenen Talks, Workshops und Satellites. Ich habe mir den zweiten Tag auf der Konferenz im Funkhaus Berlin inklusive Mini-Messe sowie einen Abend mit einem spannenden Workshop gegönnt. Eine Top5 Liste erstellen? – Unmöglich. Zu viele tolle Eindrücke. Stattdessen ein Angebot für euch: eine HighFive Liste.

1. „Mini-Messe“ Haus of Tech

Neu in diesem Jahr war die Einbeziehung der Shedhalle auf dem Gelände. Erstmalig waren Unternehmen präsent, die ihre Produkte nicht nur besprochen haben, sondern auch erfahrbar machten. Unter anderem vertreten war der Smart Fridge von T-Systems: Große (natürlich) pinkfarbene Buchstaben auf der gläsernen Front verraten Innentemperatur sowie Feuchtigkeit und gewähren Einblick in den Inhalt. Mit einer Kamera ausgestattet trackt der Kühlschrank, was man heraus nimmt.
Wie man über Distanz an einem Whiteboard im Team zusammenarbeiten kann, stellte Nexenio mit dem Nexboard vor.
Dass das Ausfüllen eines online Formulars auch angenehm und menschlich sein kann, präsentierte Typeform auf seinem ausgesprochen hübsch gestalteten Stand.
Ey Mann, wo ist dein Auto? – Vielleicht hat Auto1 es angekauft? – Ein neuer online Händler, der es durch das Aufhängen eines riesigen DeLorean Plakats verstand, mich auf ihn aufmerksam zu machen.
Und natürlich war da noch mehr. Jetzt aber weiter zu

2. Talk: „How we rethink work“

Um 9 ins Büro und um 18 Uhr wieder nach Hause, 5 Tage die Woche? Das stellen sich die jüngeren Generationen doch etwas anders vor. In seinem Vortrag stellte Julian Riedelsheimer von 99chairs Arbeitskonzepte vor, die in seiner Firma gut funktionieren. Freiheit und Autonomie sind für viele heute wichtige Aspekte, Zeit ein wertvolles Gut. Es geht den Menschen nicht mehr primär darum „irgendetwas“ zu arbeiten um sich „irgendetwas“ zu kaufen, sondern vielmehr darum, einer sinnvollen und erfüllenden Beschäftigung nachzugehen. Also: Gebt den Mitarbeitern Verantwortung, Abwechslung in ihren Rollen und Sinn. Das macht zufrieden. Und Zufriedenheit ist ein Beitrag zum Erfolg eines Unternehmens.

3. Ohne Google geht gar nix…

… auch nicht auf dem TOA. Hector Ouilhet, dem Head of Design von Google Search, gehörte der letzte und längste Talk auf der Konferenz. Ein schöner Talk über die Geschichte der Kommunikation, die rasante Entwicklung der Technik und wie wir heutzutage mit der Fülle an Informationen umgehen und mit Interfaces interagieren. Wie bekommen wir nun die Technik dazu, sich unseren Erwartungen gemäß zu verhalten? Klare Antwort: Artificial Intelligence und Deep Learning werden unsere Zukunft begleiten, da das zugrundeliegende Medium „Sprache“ das Natürlichste ist und am längsten besteht.

4. Workshop Time „Design Sprint“

Viele kennen die Probleme klassischer, langwieriger Designprozesse: Wenn das Projekt los geht, ist man voller Motivation und Elan. Doch nach einiger Zeit schwindet diese Energie: Umfangreiche Vorab-Recherchen, die Erstellung aufwendiger Dokumentationen oder Kommunikationsprobleme mit dem Kunden, die zu einem Ping Pong Spiel werden, können ermüden, bevor das Projekt fertig ist. Ein Design Sprint hingegen verspricht, in nur wenigen Tagen eine Lösung für ein Problem ausarbeiten und einen testbaren Prototypen erstellen zu können. Das klingt sehr vielversprechend – und funktioniert. In einem Lightning Decision Jam wurden in weniger als 1 Stunde viele Lösungen für ein Problem vorgeschlagen, die Vorschläge bewertet, sich für einen Lösungsweg entschieden (hier spielt eine Nutzen-Aufwands-Einschätzung eine Rolle) und abschliessend ausgearbeitet. Da es sich um einen Workshop handelte, fand das in etwas vereinfachter Form statt, war aber genauso zielführend. Alles was wir benötigt haben, waren: ein Team, einen Moderator, einen Flipchart, jede Menge Post-its, Voting Dots und Sharpies. Übrigens: Design Sprints werden auch bei Google angewendet.

5. „The Cucumber wants to be part of you“

Ein Paralleluniversum zu all dem AI, VR, Data, Tech, Marketing, Mobility, usw. bildete der Stand von Hendrick’s Gin im hinteren Teil des Haus of Tech. Empfohlen von zwei irischen Festivalteilnehmern und überredet durch einen Gutschein für einen Gin Tonic, fand ich einen im Stil der Jahrhundertwende gestalteten Mini-Erlebnis-Parcour vor. Hier gab es viel zu gucken: Unzählige Kuriositäten türmten sich in einem alten Holzregal neben der kleinen Bar. Eine alte Standuhr mit Gurkenzeigern stand wachend gegenüber. Und in der Mitte der Fläche – beleuchtet – eine Art Wagen mit einer recht imposanten Gurkenpflanze darauf: Das war der Cucumber Communicator, im Steam Punk Style. Man hätte meinen können, „alles nur Deko“, aber auch im Land der Spirituosen ist die Interaktivität angekommen: Indem man sich einen der beiden gurkenförmigen Helme aufsetzte, war man tatsächlich in der Lage, mit der mächtigen Pflanze zu kommunizieren. Sogar mit Videoübertagung. Hat Spaß gemacht.

https://toa.berlin